Bradley

30.9.06

Mann mann mann

Warum müssen die's bei MySpace mit dem Sicherheitscode so übertreiben?

Neue Serie

Aus der Reihe "Verschwendeter Speicherplatz" hier gleich zum Einstieg ein richtiges Schmankerl.


Mexino - Wie ein Traum

27.9.06

Etwas Lyrik vor dem Schlafengehen

Die nicaraguanische Lyrikerin Gioconda Belli schreibt Gedichter über Orgasmen. Mehr will ich dazu nicht sagen. Lest selbst.

Gestern Nacht erst
warst Du wie ein nackter Kämpfer
der über dunkle Felsen sprang.
Ich auf meinem Beobachtungsposten
in der Ebene
sah dich eine Waffe schwingen
und heftig in mich dringen.
ich öffnete die Augen
und noch immer warst du ein Schmied
der den Funkenamboss schlug
bis mein Geschlecht explodierte wie eine Granate
und wir beide starben im Mondsplitterhagel
(zitiert aus Gioconda Belli: Zauber gegen die Kälte)

24.9.06

Haha

Wenn Du ein Atomkraftwerk abbauen möchtest, frag die Firma Nukem. Was die sonst noch so drauf haben findest Du unter dem Menüpunkt Kernkompetenzen!

18.9.06

Geschäftsidee

Als Produzent westlicher Flaggen muss man doch zur Zeit im arabischen Raum ein Riesengeschäft machen, so groß wie deren Verbrauch an neuem Brennmaterial ist.

7.9.06

Dem Schreibtisch

Mein Schreibtisch zu Hause ist aus hellem Holz, eigentlich ganz schön, kompakt. In der linken unteren Ecke befindet sich - wenn aufgeräumt ist bündig - seit immer schon eine blaue Schreibtischunterlage. Sie ist immer noch schön dunkelblau, obwohl viele kleine Tippexflecken und noch leicht eingedrückte Hasstiraden zu erkennen sind. Rechts neben der freien Stelle zum Sitzen sind vier Schubladen. Zwei davon spielten eine eher neutrale Rolle, aber zwei hatten ihre besondere Bedeutung für mich.

Die erste neutrale Schublade, die unterste, ist mittlerweile Fotoschublade. Hat also doch auch einen gewissen Charakter. Die andere, die zweitoberste, war einfach irgendwie Sammelbecken von alten Liebesbriefen, also so bescheuerte Ankreuzsachen und Hin-und-Her-Briefchen, was man halt am Anfang der Pubertät so macht, Briefen, Zeitschriften und allem möglichem Kram, der aus der obersten gefallen ist, weil sie zu voll war.
Die oberste war immer bis zum Rand voll gestopft. Das meiste davon nutzloser Kram, den ich irgendwann mal wieder ganz bestimmt brauchen würde. Aber alles wichtige war drin. Das Taschenmesser. Die Pinzette. Die Mappe mit meinen Geschichten. Julias Liebesbekenntnis, ein Schulheft, das von vorne bis hinten vollgeschrieben war mit "Ich liebe dich". Die Kamera. Der Stempel mit meiner Adresse, den ich bestimmt mindestens einmal gebraucht habe. Feuer. In ihr waren die wichtigen Sachen. Die offiziell wichtigen.

Denn es gibt noch die zweitunterste. Und das ist die verruchte. In ihr war alles Anrüchige. Die Böller. In einer Dose unter einer Einlage die Kondome. Die konische Drehmaschine. Die Taschentücher. Und die Süßigkeiten. Es war immer so, dass irgendwas essbares in der Schublade zu finden war. Viele waren vielleicht alt, aber trotzdem noch lecker. Andere nicht. Manche Bonbons hielten über Jahre, weil sie einfach nicht geschmeckt haben und ich sie nur im schlimmsten Fall in Kauf nahm. Aber meistens war was leckeres zu finden.

Ich könnte stundenlang über meinen Schreibtisch schreiben. Die ganzen Sachen und Geschichten, die ich beim Ausräumen und Sortieren entdecke. Es ist total geil. Aber ich verabschiede mich damit von ihm. Ich gehe mein bisheriges Leben durch und trenne das Wichige von dem Unwichtigen. Das Nützliche nehme ich mit, das (mittlerweile) Unwichtige kommt fort und die schönen Erinnerungen bleiben im Schreibtisch. Denn irgendwie wird es immer meiner sein.